Vom 27. bis 29. August 2024 fand in Winterthur das Swiss Green Economy Symposium (SGES) statt, eines der wichtigsten Events zur Förderung der nachhaltigen Wirtschaft in der Schweiz. Über 1000 Teilnehmende aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft kamen zusammen, um über innovative Lösungen für eine nachhaltige Zukunft zu diskutieren.
Ein Highlight des Symposiums war die Verleihung des ZHAW SDG Awards, der herausragende studentische Arbeiten im Bereich der Nachhaltigkeit auszeichnet. Dieses Jahr ging der Preis an Nicolas Müller für seine Analyse zur Nachhaltigkeit des Lithiumabbaus in Südamerika.
Ziel: Breit abgestützte Praxislösungen
Über drei Tage verteilt deckte das Symposium-Programm vielfältige Fach- und Themenfelder ab, mit viel Zeit und Raum für den direkten Austausch unter den referierenden teilnehmenden Fachleuten aus unterschiedlichsten Branchen. Als wichtige Erweiterung bietet die Programmgestaltung viele Gelegenheiten zum Austausch mit Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Für die Entwicklung praxisfähiger und wirkungsfähiger Zukunftslösungen erweist sich dieser erweiterte Blick oft als entscheidender Erfolgsfaktor. Das Swiss Green Economy Symposium hat sich über die Jahre dadurch zum weitverzweigten Netzwerk entwickelt, das als Wissen- und Best Practice-Impulsgeber über die eigentlichen Symposium-Tage hinauswirkt. Neben spannenden Vorträgen und Diskussionen bot das SGES 2024 auch zahlreiche Innovationsforen (Fachkonferenzen), die konkreten Ansätze für die Umsetzung von Nachhaltigkeitsstrategien aufzeigten. Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, wie stark das Interesse und die Bereitschaft der Schweizer Wirtschaft sind, aktiv zur Lösung globaler Umwelt- und Gesellschaftsprobleme beizutragen.
Nährstoffkreisläufe intelligenter managen
Lebensmittelverschwendung ist ein globales Problem mit enormen Auswirkungen, da eine erhebliche Menge an Nährstoffen entlang der gesamten Wertschöpfungskette verloren geht. Von der landwirtschaftlichen Produktion über die industrielle Verarbeitung bis hin zum Einzelhandel und den Haushalten – überall bleiben Wertstoffe übrig, welche noch klug verwertet werden könnten. In der Schweiz belaufen sich die Lebensmittelabfälle auf etwa 2,8 Millionen Tonnen pro Jahr. Davon entfallen 20 Prozent auf Verluste in der Landwirtschaft, 28 Prozent auf Haushalte, 7 Prozent auf die Gastronomie, 35 Prozent auf die Lebensmittelverarbeitung und 10 Prozent auf den Detailhandel.
Im Rahmen des Workshops zeigten Fachleute aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und NGOs eindrücklich und praxisnah, wo je angesetzt werden muss. Innovative Win-win-Lösungsideen und Umsetzungspartnerschaften entstehen dabei in der vernetzten Kooperation in neu gedachten Wertschöpfungspartnerschaften. Ein wichtiger Kernbegriff: «Nebenströme». Von der Landwirtschaft über die Verarbeitung und Logistik bieten sich viele Chancen, die Lebensmittelströme effizienter und effektiver zu nutzen.
Viele traditionellerweise als Futtermittel verwendete Rohstoffe, beispielsweise Biertreber, lassen sich dank zeitgemässer Technologie zu schmackhaften Lebensmittel-Innovationen aufbereiten.
Gastronomie als wichtiger Player
Neben dem Detailhandel kommt der Gastronomie eine wichtige Rolle bei der geforderten «zukunftsfähigen Transformation des Ernährungssystems» zu. Besonders wirkungsvolle Impulse kann die Gemeinschafts- und Systemgastronomie leisten. In der konkreten Praxis heisst dies: Angebote und Dienstleistungen entwickeln, die Qualitätsstandards mit Nachhaltigkeits-Mehrnutzen in die tägliche Menüplanung «übersetzen». Bio- und weitere Nachhaltigkeitslabel sind dabei nur ein Aspekt. Ein verstärkter Fokus auf pflanzenbasierte Menügestaltung ist ebenso wichtig. Mit Blick auf die Zielsetzung «gemeinsam Konflikte lösen» kann und muss dies ohne Negativkommunikation gegenüber einem massvollen und nachhaltig ausgerichteten Sortiment aus tierischen Quellen erfolgen.
Wie sich all diese Ansprüche praxisfähig umsetzen lassen, zeigte im Symposiumrahmen Karin Altherr, Leiterin Business Development der Genossenschaft ZFV-Unternehmungen. Sie erläuterte, wie sie und ihr Team das Catering-Angebot im Eventrahmen auf die vielfältigen Zielsetzungen ausrichtet und gestaltet. Der kulinarische Tatbeweis konnte ein kritisches und fachkundiges Publikum direkt vor Ort begutachten und bewerten.
